Hofplauderei...

22.06.14
Vor drei Tagen verlies uns Horst, der Sohn von Akmaja und Khalif. Der zweijährige Junghengst zog zu einer Kollegin um, bei der er Deckhengst werden soll. Obwohl man seinen Nachwuchs nicht besser unterbringen kann, fiel Jörg und mir der Abschied sehr schwer.
Horst ging zum ersten mal in seinem Leben auf den Hänger. Er war sehr aufgeregt und zitterte beim Verladen und auf dem Hänger am ganzen Körper. Er spuckte, biss oder trat dabei nicht einmal nach uns Menschen.

Batu und Aladin, die mit Horst bis zu seinem Umzug eine Jungsgruppe bildeten, wohnen jetzt in der Herde mit den Mutterstuten, Fohlen und Reitkamelen. Der zweijährige Batu, unser zukünftiger Deckhengst,  findet das sehr sehr spannend. Teilweise rennt er mit seinen kleinen Schwestern spielerisch über die Koppel.

Nach der Abreise von Horst hatten wir eine Gästegruppe auf dem Hof, die eine Erlebnisstunde Kamel gebucht hatten. Aladin, unser 10jähriger Reitwallach, der Dienst hatte, wirkte etwas abweisend zu den Gästen, weshalb ich ihn weitgehend in Ruhe ließ und seine jüngere Halbschwester Akmaja seine Arbeit übernahm. Zwei Tage später hatten wir einen Termin zum therapeutischen Kamelreiten. Zum erstenmal arbeitet Aladin nervös, so dass wir die Therapieeinheit abbrachen.
Gestern nach einer normalen Karawanentour gingen alle Kamele auf die Koppel. Ich sah Aladin, der als letzter ging, wie er unterwegs stehenblieb, sich umdrehte und lange dorthin schaute, wo er vor wenigen Tagen noch mit Horst und Batu gewohnt hatte. Und plötzlich wurde mir unsensiblem Menschenkind klar, dass Aladin Horst sucht und vermisst!!! Und dass seine Nervosität der letzten Tage in der Abreise von Horst begründet war.

Vor Rührung und Trauer könnte ich heulen. Und ich ärgere mich sehr über mich selbst, dass es mir immer noch hin und wieder passiert, dass ich Tiere in ihrer Sensibilität unterschätze...